Sitten und Gebräuche
Riten
Die Sitten in der Türkei sind stark mit der Religion
des Islams verbunden. Aber vor allem Gastfreundschaft wird sehr groß
geschrieben und es werden viele ältere Menschen verehrt. Gespräche
zwischen Bekannten werden höflich abgewickelt. Man begrüßt sich, fragt
wie es einem geht und verabschiedet sich, indem man seinem gegenüber z.B.
einen schönen Tag wünscht oder viel Erfolg bei der Arbeit.
Kommt man in ein haus, ist es üblich seine Schuhe
auszuziehen. Wenn man als Europäer trotz einer Aufforderung die Schuhe
anzubehalten, diese auszieht, empfängt man viele Sympathien. Es gilt als
unhöfllich, wenn man nicht wenigstens auf einen Kaffee bleibt. Bleibt man
dagegen zum Essen, müssen Hände und Gesicht vorher gereinigt werden.
Nach dem Essen bekommt man in der Regel noch einen Tee gereicht. Wenn man
das Haus verlassen wird, erhält man die Aufforderung wieder zu kommen.
Wurde man eingeladen über Nacht zu bleiben, wird einem
oft ein Geschenk zum Abschied überreicht. Als Gast ist es nicht erlaubt
zu helfen oder im Restaurant zu bezahlen. Im Gegensatz dazu wird bei der
Einladung der Gastgeber dann diese Rolle gewechselt.
Ist eine Frau alleine zu Hause, empfängt diese keine
Gäste. Es ist ihr nicht erlaubt, ohne ein männliches Familienmitglied im
Haus, fremde Menschen zu empfangen. Freundschaften unter Männer bzw.
Frauen haben einen größeren Stellenwert als die Freundschaften zwischen
Männern und Frauen. Auch werden diese Freundschaften in der
Öffentlichkeit deutlich gezeigt. Spricht man sich unter Bekannten an,
wird häufig nur der Vorname genannt. Vornamen haben oft eine bestimmte
Bedeutung, die heiligen oder historischen Ursprungs ist.
In einer Familie gibt es für alle Familienangehörige
spezielle Bezeichnungen. So kann durch einen Namen gesagt werden, ob es
sich um eine Tante mütterlichseits handelt oder ob der Bruder nun älter
oder jünger ist. Es ist üblich hinter die Namen von Frauen das Kürzel
‘hanim’ zu setzen und hinter den Namen eines Mannes ‘bey’.
Isst man in einem Restaurant, werden Tücher gereicht,
um die Hände zu säubern. Wenn man während des Essens eine Pause
einlegt, sollten Gabel und Messer nicht gekreuzt werden, da dies für den
Kellner das Zeichen ist, dass man nicht mehr essen möchte. Wenn man
keinen Tee mehr nachgeschenkt haben will, sollte man den Löffel auf die Tasse
legen. In der Türkei wird gerne und reichlich gegessen. Als gast sollte
man daher nicht wenig essen, um den Gastgeben nicht zu signalisieren, dass
es einem nicht schmeckt.
zurück:
Verhalten
Hilfe wird untereinander oft angeboten, wenn man merkt,
dass es jemanden schlecht geht. Es gibt aber auch Themen, über die
außerhalb der Familie nicht gesprochen wird (, wie z.B. Streit, Ehesorgen
und Geldsorgen), da es den Stolz verletzen würde. Es gibt aber nicht nur
Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft. In einigen Orten Ostanatoliens
wird Fremden keine Freundlichkeit entgegengebracht, da diese als ungläubig
gelten.
Es kommt in ländlichen Gegenden auch häufig vor, dass
der Ehepartner von der Familie ausgesucht wird. Da diese Ehe nicht
unbedingt glücklich verlaufen muss, hat die Frau eine schwierige Stellung
im Fall einer Scheidung. Kinder werden in diesem Fall meist dem Vater
zugesprochen, dessen Familie dann die Erziehung übernimmt. Nur wenn es
sich um einen Jungen handelt, wird die Erziehung eventuell der Frau
zugesprochen, damit diese nicht ohne Mann im Haus leben muss.
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Kunst und Kultur
Kunst und Kultur der Türkei haben eine sehr lange
Geschichte und ihre Ursprünge im Islam. Vor allem in Kunst und
Architektur schlägt sich dies nieder. Maler bildeten auf religiösen
Gemälden nur Allah oder Mohammed allein ab, weil niemand von diesen
Figuren abgelenkt werden sollte. Architekten konzentrierten sich lange
Zeit auf den Bau von Moscheen und Palästen. Aus diesem Grund sind
berühmte Künstler auch kaum im Ausland bekannt.
Dagegen haben Märchen und Gedichte hier viel mehr
Bedeutung. Aber auch sie sind meist von religiösem Inhalt und an Allah
gewandt. Berühmte Schriftsteller schreiben oft Werke mit
sozialpolitischem Hintergrund. Diese Bücher dürfen aber in der Türkei
selbst nicht gelesen werden und wurden deshalb im Ausland, vor allem in Deutschland
veröffentlicht. Auch Filme mit sozialpolitischem Hintergrund werden oft
verboten.
Die türkische Musik wurde und wird auch heute noch im
Ausland abgelehnt. Erst in den letzten Jahren fand sie immer mehr Ansehen
in Deutschland. Es wird aber gesagt, dass die türkische eine der
kunstvollsten Musiken ist, die es gibt. keine andere soll soviel
Sehnsucht, Wehmut und Gefühl ausdrücken.